„Eine Begegnung zwischen Kunst, Fotografie, Grafik, Musik und Wissen rund um unsere tiefe Verbundenheit mit der Natur“

Künstler (in alphabetischer Reihenfolge)

Hans Jörg Bachmann (Schweiz) – Fotokünstler, der hauptsächlich in Schwarz-Weiß arbeitet. Inspiriert von der traditionellen japanischen Kultur erkundet sein Werk Landschaften, die Ästhetik der japanischen Natur sowie Zen- und Shinto-Gärten

Daniel Cárdenas – kolumbianischer Fotograf und Filmemacher. Durch seine Erfahrungen mit dem Volk der Kogis in der karibischen Region Kolumbiens erforscht er in seiner Arbeit die Verbindungen zwischen Menschen, Kultur und Natur und regt zum Nachdenken, zur Verbundenheit und zum Respekt gegenüber unserer lebendigen Welt an.

MA Martin (Brasilien / Schweiz) – multidisziplinäre und konzeptuelle zeitgenössische Künstlerin. Ihre Arbeit schöpft ihre Inspiration aus den brasilianischen Wäldern, ihren Wurzeln und den symbolischen Verbindungen zwischen dem Menschen und dem Lebendigen.

Marc Zaugg (Schweiz) – Renommierter Grafiker, Künstler und Dozent. Seine Werke offenbaren den Reichtum der Wälder, der Flechten und der lebendigen Formen, aus denen sich unsere Umwelt zusammensetzt, und vieles mehr.

Filmvorführung & Diskussion Christian Küchli, Forscher und Videokünstler, präsentiert den Dokumentarfilm „Frühe Kulturen haben die Wälder Amazoniens geprägt“ (7 Min. 32 Sek.), gefolgt von einem Austausch mit den Künstler*innen und dem Publikum.

CACAO-Zeremonie Alejandra Grillo – Anthropologin und Leiterin von Kakao-Zeremonien. Inspiriert von den althergebrachten Kakao-Traditionen Mesoamerikas und dem Wissen der indigenen Völker Kolumbiens leitet sie Zeremonien, die zeremoniellen Kakao, Dankbarkeit und Opfergaben an Mutter Erde miteinander verbinden.

Yannick Jeanguenin – musikalische Einlagen Er ist ein leidenschaftlicher Musiker, der sich von Klängen und der Natur inspirieren lässt. Als Multiinstrumentalist spielt er Blas-, Saiten- und Schlaginstrumente und verbindet dabei auf raffinierte Weise alte Traditionen mit Modernität. Seine Musik schafft einzigartige Klanglandschaften und lädt zu einer zeitlosen Reise ein, die die Schönheit der Natur und der Emotionen feiert.

Do 20.8.2026   18–21 UhrVernissage in Anwesenheit der Kunstschaffenden
Fr 21.8.2026   18–21 UhrAusstellung
Sa 22.8.2026   18–21 UhrAusstellung
So 23.8.2026   16–20 UhrFinissage
So 23.8.2026   18 UhrYannick Jeanguenin
Hans Jörg Bachmann
Hans Jörg Bachmann

Hans Jörg Bachmann, 1949 in Arbon geboren, lebt und arbeitet in Biel/Bienne. Nach dem Sekundarlehrerdiplom in St. Gallen studierte er an der Hochschule der Künste Berlin Malerei und Kunstpädagogik und bildete sich anschliessend an der F+F Zürich in Fotografie weiter. 1985 war er Mitbegründer der Kunsthalle St. Gallen, die er bis 1992 präsidierte; er gehörte auch zu den Gründern des Foto Forum St. Gallen und war im Vorstand von visarte Biel/Bienne. Sein Werk verbindet Schwarzweiss-Fotografie mit Tuschzeichnung und Malerei. Wohnateliers in Genua und in Rodalquilar (Andalusien) sowie wiederholte Arbeitsaufenthalte in Kyoto prägen seine Arbeit. Werke von ihm befinden sich unter anderem in der Kunstsammlung des Kantons St. Gallen, Tiébeau-Frey Stiftung Bellmund BE, in der Nationalbibliothek Bern, Schweiz. Mobiliar Bern und WANG Art Museum, Kyoto.

„Die geliehene Landschaft“ Der Titel ist ein Begriff aus der chinesischen und japanischen Landschaftsästhetik. Er gilt für die Malerei, die Poesie, die Musik und die Gartenarchitektur. In japanischen Gärten des 17.Jh und 18. Jh finden wir Meisterwerke inszenierter Ideallandschaften, die zum Verweilen und zur Meditation einladen. Der berühmteste aller Zen Gärten ist wohl der Ryoan-ji in Kyoto: „Der Tempel des zur Ruhe gekommenen Drachens“ Während meinen Japanaufenthalten versuchte ich mich auf die Atmosphäre dieses Mysteriums einzulassen. Die schwarz weiss Fotografien stammen aus verschiedenen Gärten im Grossraum Kyoto. Das aktuelle Japan hat sich gänzlich dem digitalisierten Bild verschrieben. Die Tradition des Kopierens bis zur vollkommenen Perfektion ist bis heute erhalten. Die Techniken haben sich jedoch radikal verändert. Die farbige Serie „Wälder oder Götter“ entstanden im Digital Art Museum „Espon teamLap Borderless“ in Tokyo - „Geliehene Landschaften“ in grossräumigen und begehbaren Landschaften. Eine Serie mit dem Titel „Gipfel der schwebenden Wolken“ sind Tuschmalereien auf japanischem Reispapier.

Daniel Cárdenas
Daniel Cárdenas

Daniel ist ein kolumbianischer Fotograf und Filmemacher, der von einer tiefen Neugier angetrieben wird, neue Wege der Wahrnehmung der Realität zu entdecken. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Dokumentation verschiedener Kulturen in ihrem natürlichen Umfeld, wobei er die tiefgreifende Beziehung zwischen Menschen, Orten und Landschaften erforscht. Für Daniel ist die Natur seine grösste Inspirationsquelle. Durch Fotografie und Film möchte er ein tieferes Bewusstsein für die einzigartige Schönheit und den inneren Wert der Erde wecken – unseres gemeinsamen Zuhauses und der lebendigen Quelle, die uns erhält. Seine Arbeiten laden die Betrachter dazu ein, sich wieder mit der Natur zu verbinden und sie nicht nur als Kulisse des menschlichen Lebens zu betrachten, sondern als eine unverzichtbare Präsenz, die Respekt, Fürsorge und Gegenseitigkeit verdient.

Dankbarkeit wird in dieser Ausstellung nicht als Emotion verstanden, sondern als eine Praxis der Wahrnehmung – als eine Möglichkeit, unsere Beziehung zur lebendigen Welt neu zu denken. Diese Werkreihe ist das Ergebnis eines achtjährigen, kontinuierlichen Dialogs mit den Kogi, den indigenen Hütern der Sierra Nevada de Santa Marta in Kolumbien. Anstatt eine Kultur zu dokumentieren, spiegeln diese Fotografien einen Transformationsprozess wider, der durch die Begegnung mit einer Weltanschauung geprägt ist, in der Mensch und Natur keine getrennten Einheiten sind, sondern Ausdrucksformen desselben lebendigen Bewusstseins. Die Bilder laden die Betrachter dazu ein, die Landschaft nicht bloss als Kulisse, sondern als lebendige Präsenz zu betrachten; das Gebiet nicht als Ressource, sondern als Erinnerung, Intelligenz und Beziehung. Aus dieser Perspektive wird die Fotografie weniger zu einem Akt der Beobachtung als vielmehr zu einer Geste des Zuhörens – zu einem Mittel, die subtilen Verbindungen aufzudecken, die das menschliche Leben mit den Rhythmen der Erde verbinden. Die Ausstellung geht über das Medium der Fotografie hinaus und umfasst ein zeremonielles Kakao-Treffen, das von den überlieferten Traditionen der Gegenseitigkeit und Dankbarkeit inspiriert ist. Es ist eher als gemeinsames Erlebnis denn als Performance konzipiert und bietet Raum zur Reflexion darüber, wie sich Rituale als zeitgenössische Praxis weiterentwickeln können, um uns wieder mit uns selbst, miteinander und mit der Natur zu verbinden. Letztendlich schlägt diese Ausstellung Dankbarkeit als radikalen Akt der Achtsamkeit vor. Indem sie die Erde nicht einfach als den Ort betrachtet, an dem wir leben, sondern als das lebendige System, das alles Leben erst möglich macht, lädt sie uns ein, uns neue Formen des Zusammenlebens vorzustellen, die auf Gegenseitigkeit, Präsenz und Fürsorge beruhen.

Ma Martin
Ma Martin

MA Martin ist in den Bereichen Kunst, Architektur und Keramik tätig und betreibt ihr Atelier unter dem Namen MA.Martin_Studio. Druckgrafik und Keramik bilden neben klangbasierten und projektbezogenen Formaten zwei wiederkehrende Stränge ihres Schaffens. Eine Quelle im Zusammenhang mit dem Druckaustauschprojekt «Escambo Gráfico 2.0» beschreibt sie als eine in der Schweiz lebende brasilianische Künstlerin. Sie ist regelmässig in der Kunstszene von Biel/Bienne präsent, unter anderem mit einer Gruppenausstellung bei étage 19 in Nidau im Jahr 2023 und bei «Joli Mois de Mai» in Biel/Bienne im Jahr 2025.

MA Martin war bereits 2023 zu Gast bei étage 19. Für «Natura – als Idee» zählt vor allem ihre Auseinandersetzung mit dem Material: Keramik und Druckgrafik sind Prozesse, an denen Erde, Pigmente, Feuer und Zeit aktiv beteiligt sind und das Ergebnis mitbestimmen – die Natur nicht als Motiv, sondern als Mitgestalterin des Schaffensprozesses.

Marc Zaugg
Marc Zaugg

Marc Zaugg ist ein Grafiker, der sich auf die Darstellung von Motiven aus der Natur spezialisiert hat. Seine Werke basieren auf eigenen Fotografien, die zunächst digital bearbeitet und anschliessend von Hand vollendet werden. Das Ergebnis ist eine Werkserie, die sowohl äusserst naturalistisch als auch grafisch anmutet.

Marc Zaugg stellt auf der étage 19 2026 Fotografien aus. Die Motive der Arbeiten drehen sich überwiegend um Naturphänomene, die Zaugg mit seiner Kamera einfängt, digital bearbeitet und in kleinen Auflagen von 4 bis 6 Exemplaren mit analogen Techniken auf japanischem Papier druckt.

Yannick Jeanguenin
Yannick Jeanguenin

Yannick Jeanguenin ist ein Multi-Instrumentalist, der im Musikleben der Region Biel aktiv ist. Im Jahr 2024 trat er am Festival «Cri de Femme» in Biel auf, sowohl im Duo als auch als musikalischer Begleiter von Lesungen, an der Seite des Multi-Instrumentalisten Didier Limat.

Ein Multi-Instrumentalist, der sich von den Klängen der Natur inspirieren lässt. Seine Musik schafft Klanglandschaften, die zu einer zeitlosen Reise einladen. An der Finissage vom 23. August spielt er ab 18 Uhr musikalische Einlagen.

étage 19
vis-à-vis Knettnauweg 7
2560 Nidau